Kinder brauchen eine Lobby

Forderung an die Politik: Förderung der Kinderrechte

Der Weltkindertag erinnert daran, dass Kinder in besonderer Weise Schutz, Förderung und Beteiligung brauchen und dass ihre Rechte in Politik und Gesellschaft mehr Gewicht erhalten müssen.

Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, fordert deshalb eine Politik, die Kinder, ihre Chancen und die Verwirklichung ihrer Rechte gezielt fördert. Dazu seien konsequente politische Initiativen und Entscheidungen notwendig, die alle Generationen im Blick haben. Denn bisher würden die Belange der Kinder und Jugendlichen in Deutschland an zu vielen Stellen systematisch ausgeblendet, so Schneider.

Kinderstimmen sollen gehört werden

„Dies gilt auch für den Gesundheitsbereich. Am Beispiel unserer Arbeit wird deutlich, dass ein Umdenken der Politik erforderlich ist“, betont Landrat a.D. Thomas Reumann, Vorsitzender des Fördervereins für Kinder/Jugendliche krebskranker/schwer kranker Eltern Sonnenstrahlen e.V. aus Anlass des Weltkindertages. Es brauche verlässliche Strukturen in der Präventionsarbeit, die Kinder schützen, ihre Resilienz fördern und ihre Stimmen hörbar machen. Kinder wollten einbezogen werden, sie bräuchten Verlässlichkeit und offene Kommunikation, so Reumann.

Signale ernst nehmen und handeln

Herausforderungen der jungen Generation Kinder und Jugendliche sind heute mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, die ihre psychische Gesundheit beeinträchtigen können. Fachleute weisen deshalb darauf hin, dass Stress, Angstzustände und psychische Probleme bei jungen Menschen in den letzten Jahren alarmierend zugenommen haben.

„Kinder reagieren mit Unsicherheit, Angst oder Aggression, wenn sie mit Krisen konfrontiert sind, das sind normale Reaktionen. Aber sie besitzen noch nicht die emotionalen und kognitiven Verarbeitungsmechanismen, die Erwachsene besitzen“, sagt die Professorin für Psychoonkologie an der evangelischen Hochschule Darmstadt, Bianca Senf. Umso wichtiger sei es, ihre Signale ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln.

Sie werden oft nicht wahrgenommen

„Noch immer werden Kinder krebskranker und schwer kranker Eltern in der ärztlichen oder klinischen Routine oftmals nicht ausreichend wahrgenommen, passgenaue Unterstützungsangebote sind nicht vorhanden oder für die Familien schwer erreichbar“ weist Reumann auf eine Versorgungslücke hin. Dies führe dazu, dass nach wissenschaftlichen Studien fast die Hälfte der Kinder von Eltern mit einer Krebserkrankung einen schulischen Leistungsabfall, soziale Isolation oder Verhaltensauffälligkeiten zeigten. Bei mehr als 30 % der Kinder würden klinisch relevante Angstsymptome, depressive Verhaltensweisen und psychosomatische Beschwerden im weiteren Verlauf auffallen.

Umdenken der Politik gefordert: Prävention ist notwendig!

„Wenn wir früh einsteigen und helfen,“ sagt Prof. Dr. Tobias Renner, der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universitätsklinik Tübingen, „können wir in vielen Fällen eine ernsthafte psychische Erkrankung verhindern“.

Deshalb ist für Thomas Reumann klar: „Wir brauchen hier ein Umdenken der Politik: es darf nicht sein, dass eine Finanzierung durch die Kassen erst dann erfolgt, wenn die Kinder krank sind. Prävention und frühzeitige Begleitung sind notwendig – und das schnell, unbürokratisch und für alle zugänglich.“

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