8. November: Welttag für Kinder krebskranker Eltern
Der Welttag für Kinder krebskranker Eltern soll nicht nur informieren, sondern auch ein Signal der Solidarität und des Mitgefühls senden. Er erinnert daran, dass Kinder, deren Eltern an Krebs erkranken, besondere Aufmerksamkeit, Begleitung und Schutz brauchen. Eine offene, ehrliche und kindgerechte Kommunikation in der Familie kann entscheidend dazu beitragen, die psychische Gesundheit der Kinder zu erhalten. Zitate „Krebs ist immer eine Familiendiagnose“, betont Thomas Reumann, ehemaliger Landrat und Vorsitzender des Fördervereins für Kinder und Jugendliche krebskranker und schwer kranker Eltern Sonnenstrahlen e.V. „Die Erkrankung eines Elternteils verändert das Leben der ganzen Familie schlagartig und bringt Angst, Unsicherheit und oft Sprachlosigkeit mit sich – bei Eltern wie bei Kindern.“
Ehrliche und altersgerechte Kommunikation
Laut einer Schätzung des Robert Koch-Instituts leben in Deutschland derzeit rund 150.000 Minderjährige mit einer Mutter oder einem Vater, die bzw. der an Krebs erkrankt ist – das entspricht etwa einem Prozent aller Kinder und Jugendlichen. Trotz dieser hohen Zahl werden die Bedürfnisse dieser Kinder im klinischen und medizinischen Alltag von den beteiligten Berufsgruppen – Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern und anderen – häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Kinder und Jugendliche haben feine Antennen: Sie spüren Veränderungen im Familienalltag besonders intensiv, insbesondere wenn nicht offen über die Erkrankung gesprochen wird. Ohne ehrliche und altersgerechte Kommunikation entsteht leicht ein Gefühl von Unsicherheit und Schuld. Viele Kinder reagieren mit Verhaltensauffälligkeiten oder entwickeln körperliche und seelische Symptome, wie zahlreiche nationale und internationale Studien belegen.
Kinder kriegen zu wenig Unterstützung
„Passgenaue Unterstützungsangebote sind oft kaum vorhanden oder schwer erreichbar“, kritisiert Reumann. „Es braucht verlässliche Strukturen in der Präventionsarbeit, die Kinder schützen, ihre Resilienz fördern und ihre Stimmen hörbar machen.
52 Kinder aus 47 Familien – Kinder müssen gestärkt werden
Der Förderverein Sonnenstrahlen setzt hier an und begleitet derzeit 52 Kinder aus 47 Familien durch fünf besonders qualifizierte Therapeutinnen. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen frühzeitig zu stärken, ihnen Raum für Gefühle und Fragen zu geben und Familien dabei zu unterstützen, offen über die Krankheit zu sprechen. Reumann appelliert an die Politik, die Weichen neu zu stellen: „Der Welttag für Kinder krebskranker Eltern muss Anlass sein für ein Umdenken: Eine Finanzierung durch die Krankenkassen darf nicht erst dann greifen, wenn Kinder bereits krank sind. Prävention und frühzeitige Begleitung sind notwendig – schnell, um nachhaltige Unterstützung sicherzustellen.






